BetaTouch Client Version 1

Es handelt sich hierbei um eine Software, die für die Verwendung mit Touchscreens optimiert ist. Jeder Button/ Slider sendet letztlich Midi-Daten an ein beliebiges Ziel. Ausgelegt ist die ganze Nummer dahingehend, um Lichtpulte, vorzugsweise von der Firma MALighting zu steuern. Hintergrund ist die häufig anzutreffende Anforderung, dass auch Nicht-Fachleute in der Lage sein sollen, in einer Diskothek wenigstens rudimentäre Steuerungsaufgaben wahrzunehmen (Umfeld, “buntes Licht”, “Nebel” …).

Zum Vergleich: Die “unverstellte” Sicht auf ein Lichtpult sieht z.B. so aus:

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GrandMa Benutzeroberfläche

Der BetaTouch Client ist natürlich in sehr weiten Teilen anpassbar: Texte, Farben, Fader/ Button, Button-Modus, Passwörter, etc. lassen sich per Config-Datei vorgeben.

Aktuell wird die Software in Verbindung mit GrandMA onPC in mehren Diskotheken und Einrichtungen genutzt, um z.B. dem DJ die Möglichkeit zu geben, das Licht passig einzustellen, das Umfeldlicht einzustellen, u.s.w.:

Alando Palais Osnabrück: Foyer, Chedi Lounge, Penthouse Club, Riverside Lounge

5Elements Wildeshausen: Grand Club, Elements Club, Queens Club, Lounge

FitPlus Diepholz 4 Installationen zur Einstellung der Lichtstimmung durch Fitnesstrainer

Und ja: “Aktuell” bedeutet Oktober 2016. Das Ding hat eine Geschichte. Man erkennt ja auch eine gewisse Patina in der Gestaltung. Konkret habe ich den größten Teil davon vor ~8 Jahren programmiert. Mit einer damals schon komplett veralteten Programmiersprache. Die Entwicklung zog sich dann natürlich über einen längeren Zeitraum, weil viele neue Anforderungen dazu kamen, etc. . Kennt man. Die Idee dazu kam einem ehemaligen Freund und mir -wie so oft- beim Genuss mehrerer …Erfrischungsgetränke.

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Eigentlich wollten wir auf Basis der Software mal eine Firma gegründet haben. Aus mehreren Gründen wurde das aber nichts, sodass wir am Ende zwar eine Software hatten, aber keine Firma, um das finanziell zu verwerten.

Wir haben uns dann relativ unkompliziert geeinigt: Der Kollege vertreibt die Software als Teil einer Rundum-Lösung, ich bekomme 500€ pro Installation für meine bisherigen Aufwände. Ich habe keinen direkten Kundenkontakt und stehe ihm für Support etc. zur Verfügung. Das hat auch ein paar Mal ganz gut geklappt.

Irgendwann Ende 2015 haben sich unsere Wege dann aber getrennt und ich habe sicherheitshalber einem weiteren Vertrieb der Software ohne mein Einverständnis widersprochen. Muss man jetzt nicht breittreten, aber wenn einer so eine Software bei LMP zur weiteren Vermarktung anbietet, halte ich es ja für schlau, denjenigen zu informieren, der das Teil PROGRAMMIERT hat (das bin ich). Der als einziger über den QUELLCODE verfügt (das bin auch ich). Der das alleinige URHEBERRECHT hat (richtig: ich). Hier gibt es eine ziemliche Kluft zwischen Traum und Wirklichkeit. Der Kollege argumentiert größtenteils mit “Aber das ist meine Idee, meinsmeinsmeins!!einself!!”. Ich hingegen habe verstanden, dass wir uns beide eingebracht haben und dass so ein Teil nur durch zusammenarbeit entstehen konnte. Ganz am Ende bin ich aber eben derjenige, der das Ding komplett alleine umgesetzt hat und deshalb gibt es eben ein rechtlich fundiertes Interesse, mein geistiges Eigentum zu schützen.

Aber egal.

Unsere Wege haben sich jedenfalls getrennt. (Ich habe die Software dann von Grund auf neu entwickelt. Dazu schreibe ich später mal was).

 

Ratet, was dann passiert ist.

 

Genau. Natürlich wurde die Software weiter eingesetzt, natürlich wurde ich nicht darüber informiert, natürlich habe ich das trotzdem herausgefunden. Es kam schließlich zu einem … bt_006Interessenskonflikt. Ich habe darauf das erste mal in meinem Leben einen Anwalt eingeschaltet. Es ging ein paar mal hin und her, die Gegenseite hat auch wirklich kreative Argumente gebracht (Echt alles, was man sich nur so vorstellen kann, denen war nix zu blöd). Glücklicherweise kann ich bezahlte Rechnungen, Mails etc vorlegen, die die Sache relativ eindeutig machen. Ist ja auch erstmal nicht schlimm, man vergisst manche Sachen ja auch mit den Jahren. Oder mit den Wochen. Manche vergessen solche Sachen, Obwohl sie die Software wenige Tage vorher installiert haben. Soll’s geben.

Am Ende haben wir uns dann doch noch gütlich einigen können. Ich habe der Gegenseite eine Lizenz zur Installation auf einer unbegrenzten Anzahl an Endgeräten verkauft. Support kostet extra. 13500€ habe ich dafür bekommen. Das bedeutet, nach 27 Installationen ist die Nummer für die Jungs safe.

13500 Euro

27 Installationen.

Für eine 8 Jahre alte Software, die nur auf Windows Rechnern läuft.

Die nichts macht, außer Midi-Daten zu senden.

Dieses potthässliche Teil

Ich habe lange überlegt, wie das zu bewerten ist. Oft konnte ich vor Lachen nicht einschlafen. Manchmal saß ich lange vor den Gadgets, die ich mir von dem Geld gegönnt habe und dachte darüber nach, wie es dazu kommen konnte.

Es ist schon so, dass meine Software am Anfang ein Kracher war. Damals ™ gab es sowas nicht in brauchbarer Form. Aber heute? Seit mindestens drei Jahren gibt es eine absolut überlegene Alternative, die voll produktiv genutzt werden kann: QLCPlus. Quelloffen, Viel umfangreichere Möglichkeiten, komplette Lichtsteuerung inclusive. Komplett individualisierbar. Alle Features meiner Software, aber vielvielviel besser und vielviel mehr. Läuft sogar auf einem Raspberry. Und ist kostenlos.

 

Die Alternative zum BetaTouch Client (Version 1) ist kostenlos.

 

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QLC Plus – Beispiel 1

Warum setzt sich die Gegenseite ohne Not diesem Irrsinn aus? Warum kauft man für 13500 Euro eine Lizenz zur reinen Installation (genau lesen, liebe Freunde: Nur Installation; keine Veränderung, Weiterentwicklung, etc ) einer Software, die einem nur Ärger eingebracht hat? Warum geht man überhaupt das Risiko ein, eine Software im Vorfeld ohne Lizenzierung einzusetzen und ist dann auch noch so irre und postet das bei Facebook, wo ich es doch finden muss? So blöd kann man doch gar nicht sein.

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QLC Plus – Beispiel 2

Ganz einfach: Weil man nicht blöd sondern nett ist. Ich habe lange gebraucht, um das zu verstehen: Die Jungs hielten es einfach für angemessen, mich zu bezahlen. Hätten sie mich einfach gefragt, wäre es zu offensichtlich gewesen, dass sie nicht wussten, wieviel das Ding kostet. Auf die Art, wie sie es gemacht haben, gaben sie mir die Chance, einen ehrlichen(!) Preis einzufordern (hab’ ich gemacht) und haben mir sogar das Gefühl gegeben, als Gewinner aus der Nummer gegangen zu sein. Zu einer Zeit, in der es mir wegen anderer Sachen manchmal gar nicht so super ging, war es genau das Richtige, was sie machen konnten um mich abzulenken. Das ist wirklich toll von euch, Jungs. Ihr seid die Besten.

Vielen, vielen Dank!

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