Bau einer dritten Hand

Dritte Hand – kennste? Kennste? Kennste? Dritte Hand jetzt, ne? Kennste? Dritte Hand und so…

 

Spass beiseite: Dieses Ding hat sich vermutlich jeder mit seinem ersten Elektronik-Set gekauft. Und jeder weiß: Absolut unbrauchbarer Schrott. Das Teil ist immer irgendwie das entscheidende Stück verstellt, locker, ausgeschlackert, … auf jeden Fall immer genau so, wie man es gerade nicht gebrauchen kann.

Bei Hackaday und Co. machte vor geraumer Zeit ein Video die Runde, in dem jemand sich eine weitaus bessere Variante auf Basis eines Magnetstativs gebaut hat. Soetwas wird eigentlich dazu genutzt, Messuhren an CNC-Fräsen, Drehbänken etc zu befestigen, macht sich aber auch prächtig als dritte Hand und kleines Helferlein.

Der “Erfinder” der Idee nutzt kleinere Metallplatten, damit das Teil auf dem Schreibtisch nicht umkippt. Mein Metallplattenvorrat ist derzeit arg begrenzt und ich habe auch keine Möglichkeit, sowas passend zu bearbeiten, also muss was anderes her. Flugs irgendwas magnetisches herausgekramt (Schraubwinkel, plattgekloppt), drumherumkonstruiert und ausgedruckt.

 

Gar nicht mal übel. Auf dem vorherigen Bild erkennt man eine rechteckige Aussparung. Die dient dazu, dass das Stativ quasi einrastet und sicher steht. Musste sein, weil die anziehende Wirkung des Metallstücks doch eher Richtung ‘unbrauchbar’ tendiert. Für erste Versuche soll’s aber reichen. Das Holzbrettchen ist ein Billy-Regalboden.

Zum Vergleich: Alt neben neu. Beim Kauf des Magnetstativs ist es übrigens ratsam, sich für die kleinere Variante zu entscheiden ( Armlänge ohne Magnetfuß ~15cm ). Die Versuchung ist groß, ein Stativ mit 30cm Armlänge zu kaufen, kostet bei Amazon genauso viel. Das ist aber enorm unpraktisch, weil das Eigengewicht des längeren Arms erhebliche Trägheit beim Ausrichten, Einstellen etc mit einbringt. Außerdem muss man die Feststellschraube so dermaßen anpfeffern, dass sich dadurch anschließend sowieso wieder alles verstellt.

 

Ich habe dann gleich noch zwei passende Adapter ausgedruckt. Einen Handyhalter und ein Universaldingsbums.

In Verbindung mit der Sprachsteuerung der Camera-App (Zitat: “Klick”) ist das schon eine sehr lustige Angelegenheit.

Die ersten Versuche haben gezeigt, dass der Universaldingsbums eine meiner besseren Ideen gewesen ist. Mit zwei Handgriffen bekommt man die unterschiedlichsten Platinen, Bauteile, Leitungen, etc. immer irgendwie so eingespannt, dass man daran arbeiten kann. Man kann auf dem Foto sehr gut erkennen, wie sich das Universaldingsbums durchbiegt. Das ist genau so gewollt. Auf die Art wird immer genügend Druck auf das Werkstück ausgeübt, sodass es nicht wegrutscht, man muss sich gleichzeitig aber keine Sorgen machen, dass irgendetwas kaputt geht, weil das Plastik gar nicht so viel Kraft aufbringen kann. Ich werde mir wohl ein kleines Bataillon von diesen Teilen drucken und griffbereit lagern.

Es wurde nach den ersten Versuchen aber auch sehr schnell deutlich, dass die Konstruktion auf einer zweiten Holzplatte ziemlich unpraktisch ist. Der Platz auf dem Schreibtisch ist sowieso immer zu klein und da, wo man die Platte mit dem Stativ hinstellt, liegt immer Irgendwas, … es passt einfach nicht.

Wer hier schonmal was gelesen hat, erkennt das Holzbrettchen, auf dem ich alles löte. So ein kleines Bisschen habe ich zwar ein Problem damit, da etwas dran zu verändern (hab’s im Kindergarten “gebaut”. Auf der anderen Seite ist eine Blumenvase- selbst gemalt), aber die nächste Idee ist zu gut, um sie nicht in die Tat umzusetzen. Von einer alten (magnetischen!) Rackblende wurde ein Stück abgeschnitten. Die Markierung frei Schnauze, ganz Jimmy-Diresta-mäßig.

Erkenntnis aus dieser Aktion:

1.) Ohne eine vernünftige Werkbank macht das alles keinen Spass. Selbst der kitschig-idyllische Sonnensamstag konnte mein Fluchen nicht verhindern. Die Nachbarn haben schon die Kinder ins Haus geholt. Ich überlege jedenfalls, ob es irgendwie möglich ist, einen kleinen Schraubstock und eine stabile Unterlage auf dem Balkon zu verstecken.

2.) Dremel taugt allerhöchstens zur Maniküre, für sonstige Arbeiten ist das Zeug einfach unbrauchbarer Schrott.

 

Egal. Stunden später hatte ich jedenfalls ein halbwegs passendes Teil zurechtgesägt, entgratet und mit Heissklebrium auf meinem Lötbrett appliziert. Ergebnis: Absolut megamäßgig. Richtig richtig gut. So richtig gut. Das bleibt jetzt so.

Ich war zwischenzeitlich so begeistert davon, dass ich mit dem Ding unterm Arm durch die Wohnung gelaufen bin und es überall hingestellt habe. (“Guck mal Schatz, auf der Anrichte in der Küche kann man das auch benutzen! Guck mal Schatz, in der Abstellkammer geht es auch!”)

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