Next Level Midi Controller, Pt. 1

Das ist mein aktuelles Setup zum Muckemachen.

Oben links der teilweise selbstgebaute Controller, den ich tatsächlich schon seit über 5 Jahren nutze. Das Ding hat sich definitiv bewährt. Die Plattenspieler müssen eigentlich nicht sein, sind aber noch da, weil’s manchmal einfach tierisch Spaß macht, zumindest so zu tun, als hätte man es derb drauf. Verwendet wird das dann in einem komplett wirren Mix aus Navigation-in-den-Tracks-per-Controller, Beatmatchen-via-Plattenspieler-mit-Timecode-Platten und Zwischendurch-einfach-Play-und-Beatmatch-per-Controller. Abenteuerlich und schön anzuschauen, ganz bestimmt – in Summe bringt’s das aber nicht mehr. Die Plattenspieler hatte ich vor ~10 Jahren gebraucht gekauft. Der Zahn der Zeit ist nicht spurlos an ihnen vorüber gegangen. Man könnte das alles wieder hübschmachen, aber ich hab’ auch einfach Bock auf was Neues.

Die Jogwheels an meinem Controller (Numark DJ2Go) reichen zum Ineinandermischen von Liedern grundsätzlich aus; Kunststücke kann man damit aber keine machen. Dazu sind sie zu klein.

Wenn ich Musik auflege, dann mit der Software ‘Traktor Scratch’ von Native Instruments. Da bietet sich der Kauf eines Kontrol S2, S4, S8 natürlich an – auspacken, einschalten, geht. Bei näherer Betrachtung ist aber klar geworden, dass keiner der aktuellen Controller meinen Bedürfnissen entspricht und ich immer mehr oder weniger große Abstriche bezüglich des Workflows machen müsste. Das Hauptproblem bei allen Geräten ist aber schlicht die Größe: Die Dinger passen nicht in einen Rucksack. Spontan mitnehmen geht also nicht. Damit hat sich das erledigt.

Alternative Controller anderer Hersteller, die meinen Bedarf abdecken, habe ich nicht gefunden. Irgendwo würde es immer wieder darauf hinauslaufen, dass man Schraubenzieher und Lötkolben ansetzt und etwas eigenes dranschustert.

Da kann ich das Ding dann auch gleich komplett selber bauen.

 

Sprach’s, kramte einen Zettel hervor und fing an zu krickeln.

 

Das ist die grobe Idee: Grundfläche nicht größer als ein Din A4-Blatt, zwei ausreichend große Jogwheels und genau die passende Anzahl (und Anordnung!, und Funktion! FTW) der Buttons, wie ich das haben will. Der Crossfader am unteren Rand ist streng genommen auch überflüssig, aber mal schauen.

 

Auch aus einer anderen Perspektive macht das Ding einen schlanken Fuß.

 

Die Oberfläche soll in einzelne mechanische Baugruppen aufgeteilt werden, für die man jeweils ein prinzipiell simples ‘Ding’ (Halterung / Oberfläche … irgendetwas, das den Plunder zusammenhält) herstellt. Anschließend kann man -sofern denn alles klappt- die Sachen einfach zusammenbauen.

Die komplexeste Komponente stellen vermutlich die Jogwheels dar. Sie sind mechanisch der am stärksten belastete Teil und haben darüber hinaus eine doppelte logische Funktion. Dazu gleich mehr. Zunächst habe ich eine Art Tasse gedruckt, in die die Jogwheels eingelegt werden. Dabei ging es teilweise recht knapp zu.

 

Das Ergebnis ist erstmal okay. Ich rechne damit, dass es hier eine gewisse Entwicklung in Form mehrerer Varianten gibt (das ist schon das zweite Exemplar – beim ersten hatte ich mich vermessen…). Bei den Scheiben handelt es sich übrigens um das Zeug aus einer alten Festplatte. Eine aussterbende Gattung heutzutage, aber notfalls kann man sich auch ein Stück Aluminium zurechtsägen. Der fertige Controller soll möglichst lange eingesetzt werden können, es ist also nicht ganz weltfremd, sich schonmal Gedanken um etwaige Ersatzteilbeschaffungen zu machen.

 

Die gedruckten Tassen haben zwei Funktionen: Einmal dienen sie der mechanischen Entlastung der Metallscheiben, zum anderen der elektrischen Isolation: Wenn man von oben direkt anfasst, kann man das elektrisch auswerten. In der Steuerungslogik wird das dergestalt abgebildet, als würde man eine drehende Schallplatte anhalten und mit der Hand vor- und zurückdrehen. Man kann damit dann klassische DJ-Cuts realisieren.

 

Bei zartem Druck von der Seite berührt man nur das Plastik. Wenn man nun das Jogweel bewegt, kann man das so auswerten, als würde man einer laufenden Platte einen vorsichtigen Schubs geben, um kleinere Tempokorrekturen vorzunehmen. Das wird mega. Schätze auch, im fertigen Controller wird es eine Schublade für ein Putztuch geben.

 

Die Art und Weise, wie die Konstruktion befestigt wird, muss noch überarbeitet werden. Damit das Rad nicht schlackert, muss das Kugellager einen festen Sitz haben; das bekommt man mit einem 3D-Drucker aber nicht in der nötigen Präzision hin. Ich zumindest nicht. In diesem Fall ist das Lager etwas auf Spannung eingepasst. Das macht sich sofort bemerkbar, indem sich ein Wobble bildet, da das nach außen verdrängte Material über die Speichen abgeleitet wird. Man könnte dem durch eine veränderte Architektur entgegenwirken, was aber wieder zu Ungunsten der Stabilität ginge. So oder so befürchte ich, dass der Lagersitz mit dieser Konstruktion eher früh als spät den Weg allen irdischen gehen wird.

 

Der Abgriff der Bewegung des Jogwheels wird mechanisch entkoppelt über den optischen Sensor einer Maus geschehen. Zufälligerweise habe ich eine stattliche Anzahl (will sagen: 2) ausgemusterter optischer Mäuse vorrätig.

 

Beim Sensor handelt es sich um einen alten Bekannten. Der A5020E, wie er in den meisten optischen Mäusen verwendet wird. Wundert Ihr Euch, warum man das so gut erkennen kann? Ich habe mir eine neue Schreibtischlampe gegönnt. Mit Lupe dran. Ich nenne sie ‘Lupi’ (oder ‘Lampi’ – ‘Joachim  Lampi’ … mal sehen.).

 

Kuckuck =)

 

Der optische Sensor funktioniert nur, wenn man die passende Linse verwendet, die in der Maus verbaut ist. Das Ding ist durchaus wählerisch, was den richtigen Abstand der Linse zur abgetasteten Unterlage betrifft. Um dafür eine möglichst präzise Halterung bauen zu können, habe ich -nach dem Konsum etlichen Stunden Videomaterials- DEN Jimmy-Diresta-mäßigen Trick angewandt.

 

Ein Kindergartenkind hat mir anschließend einen noch besseren Trick gezeigt.

 

Die Konstruktion der dazu passenden Halterung habe ich zunächst verschoben. Erstmal habe ich fix ein Teil gedruckt, um wenigsten irgendetwas  zusammenbauen zu können.

 

Kommt so schonmal ganz lässig. “Gutes Drehgefühl”, sagt der Fachmann.

Tagged , , , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *