Next Level Midi Controller, Pt. 3

Das ist die Fortsetzung vom zweiten Teil und es geht immer noch darum, Jogwheels für den neuen Midi-Controller zu bauen. Es ist zum Abflippen, aber warum muss auch alles so unglaublich kompliziert sein? Die letzte Konstruktion mit dem “Zahnrad” als Unterbrechung für Reflexionen hat sich nach längerer Überlegung als wenig brauchbar erwiesen, aber Dank ganzganzviel Fantasie kam schnell die nächste Idee und sie beginnt mit der Vermessung vong von einer Dose Kräutersalzes.

Es scheint mir mittlerweile doch die beste Idee zu sein, das Design der bereits in anderen Controllern verbauten Jogwheels nachzubauen. Dazu muss man eine Art Kamm bauen, dessen Zinken axial angeordnet sind. Dadurch kann man eine Lichtschranke verlässlich und präzise unterbrechen und das resultierende Signal auswerten. die Kunst ist nur, soetwas mit einem eher mittelprächtig präzisen 3D-Drucker hinzubekommen.

AbOr: Es geht. Man muss nur ein kleines Stück um die Ecke, bzw um die Kurve denken. Anbei zwei Kämme und eine neue Aufnahme. Man ahnt, wo es hingeht. Kleiner Hack am Rande: Um die selbstschneidenden Schrauben sauber einzudrehen, habe ich die Löcher dafür absichtlich ein ganzes Stück zu klein dimensioniert. Dann die Schraube nur mit den ersten Gewindegängen eingedreht und 3 Sekunden (echt nicht länger) am Kopf mit einem Lötkolben erwärmt. Anschließend ‘heiß’ eingeschraubt. Hält bombastisch und zerstört nicht das Material, weil die Hitze sich den Weg bahnt, anstatt die Lagen des Drucks auseinander zu drücken. Merken für später.

Die Kämme werden nun erhitzt und um einen Gegenstand mit passendem Durchmesser – z.B. eine Dose Kräutersalz (s.o.) geformt. Man glaubt gar nicht, wie schnell das gedruckte Material zu labberig wird, aber mit etwas Feingefühl bekommt man das irgendwie hin

Da rächt sich die “wird schon passen”-Mentalität. Wird es nämlich nicht. Gnargh. Also nochmal.

Nochmal der direkte Vergleich mit der alten Konstruktion. Axial <-> radial.

Die nächsten Versuche wurden dann auch unter professioneller Mithilfe meiner High-Performance Heissluftpistole durchgeführt.

Einer der vielen gescheiterten Versuche, die verhindern sollten, daß ich mir die Finger verbrenne. Letzlich besteht der beste Weg darin, einen ausgedruckten Kamm zwischen den Fingerspitzen unter ständiger Bewegung im Luftstrom der Heissluftpistole solange zu bewegen, bis er (der Kamm) ungefähr die Konsistenz einer gekochten Bandnudel hat. Dann zügig um die Aufnahme legen und warten. Kleinere Ungenauigkeiten kann man dann im Nachgang ausformen. Merken: Wenn man merkt, dass man sich verbrannt hat, ist es viel (viel!) zu spät.

Mit ein bisschen Übung wird das dann alles gar nicht mal so schlecht.

Man darf halt auch nicht zu genau hingucken.

Die Infrarot-LEDs haben dann noch eine neue Halterung spendiert bekommen, klar. Und dann……    *Trommelwirbel* …  

…nix und dann.

Hat nicht geklappt. Aus der Bewegung der Zinken durch die Lichtschranke ließ sich überhaupt kein Signal abgreifen. Unterschiedliche Positionierungen, Winkel etc. hatten überhaupt keinen Einfluss auf das Ergebnis. Satz mit X.

Also zurück ans Reißbrett und nochmal verschiedene Kombinationen ausprobieren.

Es wurden einige. Und am Ende war es einfach nur die Farbe des Materials, bzw die daraus resultierende Lichtdurchlässigkeit. Schwarzes Isoband hätte es sofort gebracht, das blaue Filament mit schwarzem Edding zu übermalen ebenfalls. Am Ende habe ich dann die allererste Version nochmal mit schwarzem Filament ausgedruckt und es hat sofort funktioniert.

Locker bleiben. Durchatmen.

Um schwarzes Filament zu fotografieren muss man übrigens verhältnismäßig viel Aufwand betreiben.

Und das ist dann das Ergebnis nach längerem Herumspielen. Überall dort, wo ein Ausrufungszeichen ist, ist der Abgriff noch ungenau; will sagen: Stickerdrift. An den anderen Stellen ist die Konstruktion massiv präzise. Daumendrücken, dass ich das noch in den Griff bekomme.

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